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Leben und Werk > Chronik

Chronik

1877
9. Juni: Rudolf Borchardt als zweites Kind und ältester Sohn des Kaufmanns und späteren Bankiers Robert Martin Borchardt (1848–1908) und seiner Frau Rose geb. Bernstein (1854–1943) in Königsberg geboren. Oktober: Rückkehr der Familie nach Moskau, wo der Vater die großväterliche Teehandelsfirma vertritt.

1882
Übersiedlung nach Deutschland – B. wächst in Berlin unter sechs Geschwistern auf; er wird zunächst zu Hause unterrichtet. Wohnung: Kronprinzenufer 5, später am Wannsee.

1885 
Herbst bis Herbst 1887 Französisches Gymnasium in Berlin, danach in der Obhut Dr. Friedrich Wittes am Königl. Gymnasium in Marienburg/Westpreußen bis Ostern 1893; B. folgt dem Mentor an das Königl. Gymnasium in Wesel/Rheinland.
1895 Februar: Reifeprüfung; zum SS 1895 Immatrikulation in Berlin, Studium der klass. und oriental. Philologie, der Archäologie und Theologie.

1896
Mai: Immatrikulation in Bonn; Konzentration auf klass. Philologie und Archäologie, daneben Germanistik und Ägyptologie. Lehrer: Franz Bücheler, Hermann Usener, Georg Loeschcke, Alfred Körte, Heinrich Nissen, Berthold Litzmann u. a. Erste Veröffentlichung ‚Zehn Gedichte‘ als Privatdruck.

1898
Februar: „epochemachende“ Erschütterung durch das Werk des jungen Hofmannsthal; während der Osterferien in Berlin bei Reinhard und Sabine Lepsius Bekanntschaft mit Ernst Hardt und durch ihn mit dem Werk Georges. Juli: Veranstatung einer Lesung Ernst Hardts (Gedichte Georges und Hofmannsthals) in Bonn. – Juli–Oktober: Italienaufenthalt, u. a. in Arezzo, Florenz, Venedig, Verona. – 3. November: Immatrikulation in Göttingen. Lehrer: Friedrich Leo, Georg Kaibel u. a. Exmatrikulation 15. Mai 1900. Arbeit an der Dissertation über Gattungen griechischer Lyrik. Freundschaftlicher Umgang mit Otto Deneke, Walther Brecht, Julius Landmann, von Oktober 1900 an auch mit Heinz Pringsheim. Hinwendung zu engl. und franz. Dichtern des 19. Jhs.

1899
Vom Frühjahr an Reisen u. a. nach England und Italien. Liebesverstrickungen. Erste ,Jugendgedichte‘: ,Heroische Elegie‘, ,Gesang im Dunkeln‘, ,Pargoletta‘

1900
,Das Gespräch über Formen‘ entsteht (1900/01). Privatdruck im Sommer: ,Heroische Elegie‘, den B. u. a. an Hofmannsthal und George schickt; erster Brief Hofmannsthals.

1901
Februar: Zusammenbruch. April – 8. Oktober: Kuraufenthalt in Bad Nassau, Begegnung mit Margarete Ruer (Vivian), – an sie zahlreiche Gedichte und Briefe. Im Februar als Privatdruck ,Pathetische Elegie‘, unter den Empfängern Schröder und Hofmannsthal, der B. nach Rodaun einlädt. Verbindung mit der ,Insel‘: Veröffentlichungen im Juli-, August- und Septemberheft – ,Drei Gedichte‘, ,Sechs Sonette‘, ,Pathetische Elegie‘, ,Heroische Elegie‘ und ,Saturnische Elegie an Vivian‘; diese auch als Privatdruck. Von Mitte Oktober an in Berlin Arbeit an der Dissertation und einem Versdrama ,Morain von Seeland oder der verstörte König‘; Plan: ,Buch Vivian‘.

1902
Ende Januar: Zerwürfnis mit dem Vater. Abreise nach Wien, Besuch bei Hofmannsthal am 17. Februar, vom 21.–28. Februar sein Gast; Aufenthalt in und bei Wien bis in das Frühjahr, Umgang u. a. mit Richard Beer-Hofmann, Arthur Schnitzler, Hermann Bahr, Rudolf Kassner. 8. September: ,Rede über Hofmannsthal‘ in Göttingen, der Druck der Rede abgebrochen. Zahlreiche Gedichte, darunter ,Sonett auf sich selbst‘, ,Sie sagt im Gehen‘, ,Klage der Daphne‘; Drucke nur noch im August/Septemberheft der ,Insel‘. November: Göttingen; wohl schon Ende des Jahres Aufbruch nach Italien, Beginn eines über zweijährigen Wanderlebens.

1903
Winter und Frühjahr: in Florenz; Oktober: in S. Frediano, Lucca; Herbst/Winter 1903/04 in Pisa: erste Mittelalter-Konzeption; Gedicht ,An Hofmannsthal‘

1904
Frühling: Volterra; Versuch, die ‘Insel’-Hefte mit seinen Beiträgen aus dem Handel zu ziehen. – Mai: Begegnung mit der Malerin Karoline Ehrmann, seiner späteren Frau, in S. Gimignano. Anfang Dezember: Berlin; Unterstützung des Vaters an Bedingungen geknüpft. 16. Dezember–April 1905: Bozen/Venedig. 1. Fassung des ‘Durant’; Entwurf der ,Verkündigung‘. Erster italienischer Aufsatz ,L’Italia derubata e i musei stranieri‘ (La Tribuna). ,Verse nach Betrachtung von Landschaftszeichnungen‘.

1905
Frühling und Sommer: Volterraner Maremmen. Herbst: Rückkehr über Basel nach Berlin. Freundschaftlicher Umgang mit Friedrich Wolters und Berthold Vallentin in Niederschönhausen (Korrespondenz bis 1910). Reise nach Leipzig. November: Aufbruch nach Basel; Wohnung in Arlesheim (Lochbrunner Hof); Verkehr u. a. mit Julius und Edith Landmann (Korrespondenz bis 1911). Arbeiten und Pläne: ,Versuch über die vorflorentinische Kultur Toskanas‘, ,Wege nach AltDeutschland‘, Landor-Übersetzungen; Plan eines Privatdrucks der ,Bacchischen Epiphanie‘ zu Schillers 100. Todestag. – Erste Übersetzungen aus Dante (Vita Nuova) und Pindar. Als Privatdruck Weihnachten 1905 ,Geschichte des Heimkehrenden (Das Buch Joram)‘; Juni 1905: ,Das Gespräch über Formen und Platons Lysis deutsch‘ (Leipzig: Julius Zeitler 1905); in Zeitlers ,Gesamtverzeichnis‘: ,Mit Erdbeeren und einer Schale‘; ,Die Beichte Bocchino Belfortis‘.

1906
Aufenthalt in Arlesheim/Basel bis weit ins Frühjahr. 14. Januar: Scheidebrief an Stefan George. Juni: Reise nach England; 5. Juli: Heirat mit Karoline Ehrmann in London; Rückreise über Worms, Heidelberg, Basel nach Italien – wo sich B. bis zum Kriege endgültig niederläßt. August: Einzug in die Villa Sardi di Vallebuia/Lucca. Oktober: Wiederanknüpfung der Beziehungen zu Hofmannsthal. ,Jugendgedichte‘; ,Verkündigung‘, das Vorspiel zur ,Päpstin Jutta‘ abgeschlossen; ,Worms‘. Verhandlungen mit Verlegern wegen einer Slg. der Gedichte und der Veröffentlichung der ,Zwei Gedichte aus dem Männlichen Zeitalter‘: ,Der Durant‘ und ,Die Beichte Bochino Belfortis‘. Buchplan ,Weltfragen‘.

1907
Bruch mit Otto Deneke. Ende April: Erster Besuch Schröders. Zeitler liefert die ,Rede über Hofmannsthal‘ ohne Imprimatur aus, anschließend Auseinandersetzungen mit dem Verleger. Ende Mai/Juni: Deutschlandreise – Berlin (Wiedersehen mit F. Wolters), Leipzig (Zusammentreffen mit Kippenberg), München. Juli: Beginn der Korrespondenz mit Heymel, der einen Privatdruck der ,Villa‘ vorschlägt. Ende Juli/August: Saladin Schmitt als Helfer und Gast in der Villa Sardi. Ende August/September: Ponteccio/Appennin. November: Umzug in die Villa dell’Orologio, Vicopelago/Lucca; dreitägiger Besuch Anton Kippenbergs. Mitte Dezember: Zweiter Besuch Schröders; Reise nach Deutschland (Familientreffen in Berlin, Wiedersehen mit Berthold Vallentin). Verlagspläne (Münster-Ausgabe, Vermischte Schriften in drei Bänden). – Arbeit am Roman ,Dankwart oder das unbegreifliche Jahr‘ oder ,Annus mirabilis‘; ,Ode mit dem Granatapfel‘ (November); ,Geschichte des Erben‘ ; Übersetzungen: Carducci, Rossetti, Villon; Dramenpläne (,Graf und Bettler‘). – Mai: Brief über das Griechischlernen an die Schwester Vera. – Erschienen: ,Villa‘ in der Frankfurter Zeitung (15. und 16.2.); öffentliche Ausgabe von ,Das Buch Joram‘ (Leipzig: Insel-Verlag). Gedichte im ,Insel-Almanach auf das Jahr 1908‘; in ,Die Opale‘: Swinburnes ,Ballade von Lasten‘.

1908
5. Januar: Bremer Rede über Dante im Haus Gustav Paulis auf Vermittlung Heymels. Dann mehrere Wochen in Berlin, Zusammentreffen u. a. mit Walther Rathenau und Martin Buber, Mitte März mit Hofmannsthal und Beer-Hofmann. 1. März: Bitte an Friedrich Wolters um Rückgabe von Gedichten und Briefen. April: Besuch Josef Hofmillers. 3. Juli: Tod des Vaters. 14.–22. August: im Hochgebirgsort Palagnana. November: Umzug in die Palazzina im Park der Villa Burlamacchi-Altieri, Gattaiola/Lucca. Vom Juni an Mitarbeit an den ,Süddeutschen Monatsheften‘ (,Renegatenstreiche‘, ,Der Kaiser‘, ,Dante und deutscher Dante‘, Landor-Übetragungen u. a.). Als Hundertdruck Heymels erscheint ,Villa‘ (Leipzig); in der Frankfurter Zeitung: ,Veltheim‘; in der Zs. Hyperion: ,Sestine von der bleichen Dame‘, ,Eine Sestine von der Magnolie im Herbst‘. – Entstanden: der Essay ,Aus der Bonner Schule. Erinnerungen eines Schülers an Franz Bücheler‘ und das Gedicht ,An Philipp‘. Die Übertragung ,Pindars Drittes Pythisches Gedicht‘ „an dem Tage der Todesnachricht meines Vaters geschrieben, um für meine zerstörten Gedanken einen äusseren Halt zu finden.“ (an Schröder)

1909
Erste Märzhälfte: Aufenthalt in Massa di Sasso rosso/Castelnuovo in Garfagnana. 10. April: Tod Swinburnes. Mai: Besuch Schröders. Sommer: Auseinandersetzungen mit Kippenberg wegen ,Annus mirabilis‘; englische Reise; August/September: Aufenthalt in Ponteccio. Besuch Edith und Julius Landmanns. – Veranlaßt durch den Tod Swinburnes entstehen das Gedicht ,An den Heros‘ und Swinburne-Essays; Plan einer Swinburne-Auswahl bei Hans von Weber; einer Auswahl bester Prosen als ,Worte in den Wind‘ im Verlag der Süddeutschen Monatshefte und ebd. der Landor-Übersetzung. – Das gemeinsam mit Hofmannsthal und Schröder herausgegebene Jahrbuch ,Hesperus‘ erscheint im Oktober (darin u. a. ,Stefan Georges Siebenter Ring‘). – Beiträge in Franz Bleis ,Hyperion‘; im 8. Band der 2. Folge 1909 regelmäßige Mitarbeit angekündigt. – Epigrammatisch: ,Sprüche für das Moltke-Denkmal in Bremen‘; Epicedium auf Liliencron.

1910
Osterwochen: Haussuche von Siena aus. März: Schröders Manuskript der B. gewidmeten ,Deutschen Oden‘. 8. Mai: Endgültig die Beziehung zu Wolters (wie zu anderen persönlichen Freunden Georges) gelöst. Ende Mai: Besuch Schröders. Mitte Juni: Auflösung des Haushalts in Gattaiola. Sommer: in München; zum Jahresende: Villa Geggiano bei Siena vom Grafen Bandinelli gemietet. – 31. Oktober: ,Erbrechte der Dichtung.‘ Als Einleitung in eine Lesung des ,Buches Joram‘ in München vorgetragen. Dezember: ,Intermezzo‘ (Süddeutschen Monatshefte). – Russische Ausgabe des ,Joram‘.

1911
Mai/Juni: Besuche Herbert Steiners in der Villa Geggiano; durch seine Vermittlung Wiederannäherung an Hofmannsthal. Gedichte: ,Klassische Ode‘, ,Auf eine angeschossene Schwalbe die der Dichter fand‘, ,Grabschrift der Schwalbe‘, ,Wannsee‘ u. a. – Brief über ,Archaismus‘ an Hofmiller (Februar) und ,Brief über das Drama‘ an Hofmannsthal (Juli).

1912
5. Januar: Aufgabe der Villa Geggiano; Deutschlandreise bis Ende April. In München Bekanntschaft mit Christa Winsloe. Mai: Von Lucca aus Suche eines neuen Wohnsitzes; Zusammentreffen mit Hofmannsthals, Ottonie Gräfin Degenfeld und Max Mell in Lucca. Ende Mai/Juni: Aufenthalt in Sassi/Garfagnana. Ende Juni: Einzug in die Villa Mansi, Monsagrati bei S. Martino in Freddana/Lucca. Herbst: Besuche von Willy Wiegand und A.W. Heymel. Heidelberger Rede ,Die Neue Poesie und die Alte Menschheit‘ (19.1.); weitere Reden in Bremen (25./26. März) und München (12.4.). – Plan eines deutschen Browning, abgelöst durch die Arbeit am Programm für die Bremer Presse (Tacitus, Armer Heinrich, Pindar, Gedichte nach dem Griechischen, Minnesinger, Dante).– Übersetzungen: Dantes ,Vita Nuova‘, Pindar. – März bis Juni: vier Aufsätze über italienische Politik in den ,Süddeutschen Monatsheften‘ als ,Spectator Germanicus‘, danach Streit um das Preudonym und Aufkündigung der Mitarbeit – Plan einer Buchausgabe der drei Reden. – ab Oktober: Sammlung und Redaktion der ,Jugendgedichte‘ für den Hundertdruck Heymels.

1913
April: Hofmannsthal und Schröder zu Gast in der Villa Mansi. Anfang Dezember: Aufbruch aus Monsagrati, Karoline B. nach München, B. bis kurz vor Weihnachten in Florenz, dann Kufstein. März: Privatdruck der ,Jugendgedichte‘ (mit Widmung an Schröder). – Arbeit an der ,Germania‘ des Tacitus für die Bremer Presse, an Dante- und Pindar-Übersetzungen und einem Lassalle-Drama. – Beiträge in den Zeitschriften ,Der Lose Vogel‘ (,Die unverantwortliche Stadt‘), ,Die Weißen Blätter‘ (,Wannsee‘), ,Die Güldenkammer‘ (Carducci-Übersetzungen).

1914
Januar: München und Neubeuern; 15. Januar: Tod Friedrich Leos. Februar/März: Venedig, Padua. Mai: Tod Therese Leos, der Schwester des Lehrers, deren Münchner Wohnung zu B.s Quartieren in den vorangegangenen Jahren zählte. August: Meldung als Kriegsfreiwilliger. 24. September: Einberufung. Besuch bei Heymel in Berlin. Oktober: Lörrach; vom 22. Oktober an in Müllheim/Baden, vom 26. Oktober an Rekrutenausbildung. 26. November: Tod Heymels. Dezember: Erlaubnis, außerhalb der Kaserne zu wohnen. Bis Kriegsbeginn bei der ,Bremer Presse‘ abgeliefert: Pindar-Übersetzungen (6 Siegeslieder), Dantes ,Vita Nuova‘ und erste Gesänge der ,Comedia‘, Swinburne, Hartmanns ,Armer Heinrich‘; ,Germania‘ des Tacitus bereits im Sommer ausgedruckt. – 5. Dezember: Heidelberger Rede ,Der Krieg und die deutsche Selbsteinkehr‘ (erschienen 1915).

1915
Januar bis Anfang November: Dienst als Gefreiter und Unteroffizier in Müllheim. November: Ausrücken „ins Feld“. – Reden und Ansprachen vor Soldaten; Arbeit an ,Petra und das Tier‘ (,Melusinens Lied‘ u. a.). – 20. November: Druck der Swinburne-Übersetzung ,Ballade‘ in dem England-Sonderheft der Zeitschrift ,Die Aktion‘.

1916
„Im Felde“; Standquartier in St. Marie bei Reims. Februar: Urlaub in Berlin und Freiburg/Br.; 14. April: Rippenfellentzündung; bis 28. April im Feldlazarett Vouziers; 30. April – 30. Juni: Reserve-Lazarett Sanatorium Dr. Arndt in Meiningen. Juli: Heiligenberg/Bodensee. Seit August wieder in Müllheim beschränkt garnisondienstfähig. Bemühungen um Versetzung nach Brüssel. November: „politischer“ Urlaub in Berlin; Bekanntschaft u. a. mit Heinrich von Gleichen und Ernst Troeltsch. Berliner Reden ,Der Krieg und die deutsche Verantwortung‘ (Februar, auf Einladung der Deutschen Gesellschaft 1914; erschienen im selben Jahr bei S. Fischer) und ,Der Krieg und die deutsche Krisis‘ unter dem durch die Zensur veränderten Titel ,Der Krieg und die deutsche Entscheidung‘ (November). – Arbeit an ,Petra und das Tier‘ ; in den ,Grenzboten‘ (H. 52, Dezember) erscheint ,Öffentlicher Geist‘

1917
4. Januar: Versetzung zum Generalstab des Feldheeres Berlin, Abteilung ,Nachrichten-Offizier Berlin‘. Freundschaftlicher Umgang mit Otto Braun. Wohnung: Karlsbad 24. Häufigeres Zusammentreffen mit Schröder, auch mit Hofmannsthal und Bodenhausen. Bei einer Soirée im April erste Begegnung mit Marie Luise Voigt. September: Urlaub in Bad Tölz. Gedichte auf Sibylle Blei, Plan eines Gedichtbandes ,Ringe‘ (40 „ganz gleichmäßige kurze Stücke“) aus dem später die ,Nachklänge‘ hervorgehen; ,Erinnerung‘ an Heymel im Auktionskatalog der Heymelschen Sammlung; Aufsatz ,Grabschriften‘.

1918
Lektüre von Josef Nadlers Literaturgeschichte. März: Hofmannsthal in Berlin. 29. April: Otto Braun gefallen. 12. Mai: ,Rede am Grabe Eberhard von Bodenhausens‘ in Degenershausen/Harz; Schröder anschließend zwei Wochen bei B. zu Gast. Juni/Juli: Aufenthalt in Degenershausen. 27. April: Mannheimer Rede ,Der Dichter und die Geschichte‘. – Dezember 1918 bis April 1919: Redezyklus ,Einleitung in den Geist der Zeit‘ in der Berliner Wohnung Ludwig Woldes. – B. redigiert ,Verkündigung‘. Gedichte und ein Werkverzeichnis in Wolf Przygodes Zeitschrift ,Die Dichtung‘. – Neuauflagen: ,Das Gespräch über Formen und Platons Lysis deutsch‘ und ,Rede über Hofmannsthal‘ (Berlin: Hyperion-Verlag).

1919
Januar: Lesung aus ,Petra und das Tier‘ im Deutschen Theater Berlin; danach Aufenthalt in Fallingbostel und Bremen. Seit Ende Januar wohnt B. in Potsdam. Februar/März: Vertrag mit Ernst Rowohlt über Ausgabe der ,Schriften‘ in 12 Bänden; Vorbereitungs- und Redaktionsarbeiten. Wiederaufnahme der Arbeit für die Bremer Presse. Oktober: Scheidung von Karoline. Reiche Produktion: ,Die geliebte Kleinigkeit‘, ,Die halb gerettete Seele‘; zahlreiche Gedichte zu ,Die Schöpfung aus Liebe‘: ,Das Entzücken‘, ,Fallingbosteler Frühling‘; Essays über Max Reinhardt und Hofmannsthal. – Erschienen: ,Swinburne‘ (Rowohlt) in bibliophiler Ausgabe, außerhalb der ,Schriften‘. – Reden und Vorlesungen; Zeitschriftenpläne.

1920
Während der ersten Jahreshälfte noch in Berlin, dann in Gaienhofen am Bodensee. 16. November: B. heiratet Marie Luise Voigt in Horn bei Radolfzell. Ende November: Wien und Rodaun. März: Redezyklus ,Der Dichter und das Dichterische‘. – Die ,Schriften‘ bei Rowohlt beginnen zu erscheinen: ,Jugendgedichte‘, Prosa I; daneben: ,Verkündigung‘, ,Der Durant‘, ,Die halb gerettete Seele‘. Redaktion der Landor-Übersetzung. – ,Rede über Schiller‘ u. a. Beiträge in der Zeitschrift ,Das Tage-Buch‘.

1921
27. April: Geburt des Sohnes Kaspar. Sommer: Übersiedlung nach Italien, Villa del Maglio Torre/Lucca; dann seit November wieder Villa Mansi, Monsagrati. ,Rheinsberg‘ erscheint in den ,Münchner Neuesten Nachrichten‘.

1922
9. Dezember: römische Rede ,Die heutigen geistigen Aufgaben Deutschlands‘, auf Einladung der Deutschen Botschaft anläßlich einer Buchausstellung; Begegnung mit Benedetto Croce. – 18. Dezember: Uraufführung von ,Krippenspiel‘ in Kiel. ,Furchtbarer Frühling‘ (Neue deutsche Beiträge); ,Geschichte des Erben‘ (Der neue Merkur). Fortsetzung der ,Schriften‘: ,Dantes Vita Nova deutsch‘; außerdem bei Rowohlt ,Krippenspiel‘. – Bremer Presse: ,Dantes Comedia deutsch‘ (34 ausgewählte Gesänge), ,Tacitus: Deutschland‘.– ,Das Buch Joram‘ in der Insel-Bücherei. – Plan eines Buches ,Geschichte des Untergangs der deutschen Nation‘. – Mitarbeit an der Anthologie Hans Feists und Leonello Vincentis ,Frühe italienische Lyrik‘ (München 1922).

1923
29. Januar: Geburt der Tochter Corona. Publikations- und Tourneepläne für die USA; italienische Publikationspläne. –– 30. Mai: Uraufführung von ,Verkündigung‘ in Wien. – Mitte Juni: durch die Inflation erzwungene Rückkehr nach Deutschland. – 23. Dezember: dt. Uraufführung von ,Verkündigung‘ (mit ,Krippenspiel‘) in Darmstadt. 20. Juni: Münchner Rede ,Über den Dichter und das Dichterische‘. – Fortsetzung der ,Schriften‘: ,Poetische Erzählungen‘, ,Walter Savage Landors Imaginäre Unterhaltungen‘, ,Epilegomena zu Dante I‘; außerdem bei Rowohlt: ,Die geliebte Kleinigkeit‘, ,Die Schöpfung aus Liebe‘. – In der Bremer Presse von der Dante-Übersetzung: ,Hölle‘ und ,Fegfeuer‘. – Reservierte Mitarbeit an Hofmannsthals ,Neuen Deutschen Beiträgen‘. – Zweites Werkverzeichnis in der Zeitschrift ,Die Dichtung‘

1924
Januar: ,Eranos‘-Festschrift für Hofmannsthal; Verstimmung zwischen B. und Hofmannsthal. Bis zum Herbst in München. Plan einer Griechenlandreise. Herbst: Aufbruch nach Italien; Oktober/Dezember in Asolo, Erkrankung. ,Schriften‘: ,Vermischte Gedichte‘; danach Abbruch der Ausgabe. – Bremer Presse: ,Altionische Götterlieder‘ und ,Die großen Trobadors‘,,Der ruhende Herakles‘ und (Eranos-),Brief‘. – Arbeit am ,Paradies‘ Dantes und einer Ausgabe deutscher Renaissancelyrik; Vorbereitung der Anthologie ,Ewiger Vorrat deutscher Poesie‘; geplanter Band ,Aus der Werkstatt des deutschen Dante‘ u. a. mit einer Abhandlung ,Der Durchbruch durch Goethe. Glück und Ende der neuhochdeutschen Dichtersprache‘. – Außerdem erschienen: ,Klage der Daphne‘, ,Über den Dichter und das Dichterische‘.

1925
Italienischer Wohnsitz bis März 1931: Villa Chiapelli in S. Alessio/Candeglia bei Pistoia. Anfang März: Zürcher Rede ,Über Dichten und Forschen‘, Gast Martin Bodmers. Letzte Ausgabe bei Rowohlt: ,Ausgewählte Werke 1900–1918‘. – Bremer Presse: ,Der Arme Heinrich‘, ,Deutsche Denkreden‘, ,Gartenphantasie‘. – ,Benedetto Croce‘.

1926
April: Borchardt-Nummer der ,Literarischen Welt‘. 9. November: Geburt des Sohnes Johann Gottfried. Bremer Presse: ,Ewiger Vorrat deutscher Poesie‘; Prospekt zur Luther-Bibel

1927
Ende Januar bis Mitte April: Reisen durch Deutschland und die Schweiz; mit Schröder bei Josef Nadler in Königsberg. Mai: Besuche Martin Bodmers und Werner Krafts in Candeglia. 9. Juni: 50. Geburtstag. – Freundschaftlicher Verkehr mit Baronin Marion Franchetti in Florenz, in den nächsten Jahren fortgesetzt. Reden in Zürich (,Giovanni Pisano und Arnaut Daniel als Schöpfer der modernen Seelenform Europas‘), Basel (,Der Kampf um den deutschen Dante‘), Freiburg (,Der Dichter und die Geschichte‘), Marburg (,Die geistesgeschichtliche Bedeutung des 19. Jahrhunderts‘), Bremen (,Die Antike und der deutsche Völkergeist‘), München (,Schöpferische Restauration‘). – ,Münchner Neueste Nachrichten‘: Kindheitserinnerungen. – Bremer Presse: ,Der Deutsche in der Landschaft‘. – Horen-Verlag: ,Handlungen und Abhandlungen‘ in den Zeitschriften ,Die Horen‘ (bis 1930) und ,Neue Schweizer Rundschau‘.

1928
20. März: Geburt des Sohnes Christoph Cornelius. April: Abschluss der Übersetzung von Dantes ,Divina Commedia‘ – „im zwanzigsten Jahre der Arbeit …, mir ist als hätte ich abituriert und dürfte mir einen Beruf wählen“ (an Paul Friedländer). Dezember: Münchener Rede ,Die Entwertung des Kulturbegriffs. Ein Unglück und ein Glück‘ und erste Radio-Lesung. Weihnachten in Bremen. Die Essay-Sammlung ,Handlungen und Abhandlungen‘ erscheint im Berliner Horen-Verlag. Fortsetzung der Lebensbeschreibung; Aufsätze: ,Dante Gabriel Rossetti‘; ,Die Gestalt Stefan Georges‘; Publikation der Zürcher und Bremer Reden vom Vorjahr. – Zweite Auflage der ,Schöpfung aus Liebe‘.

1929
Bis zum Frühjahr in Deutschland. Aufenthalte u. a. in Bremen, Berlin (Begegnung mit Werner Jaeger), Zürich, München (Zusammentreffen mit Hofmannsthal) und Konstanz (Zusammentreffen mit Ludwig Binswanger und R.A. Schröder). Juni: Besuch Hofmannsthals in Candeglia. 15. Juli: Tod Hofmannsthals. 6. Oktober: Rede bei der Totenfeier für Hofmannsthal in München; danach Gast Martin Bodmers. Plan einer Hofmannsthal-Gesellschaft; Verhandlungen über die geplante Zeitschrift ,Corona‘ und Vereinbarung über die Bodmer-Drucke (feste Ratenzahlungen Bodmers in den folgenden vier Jahren). Da die Villa Chiappelli den Besitzer wechselt, seit Ende 1929 Wohnungssuche. Januar/Februar: Bremer Reden ,Die Schlacht von Aktium. Eine Geisteswende‘ und ,Die Aufgaben der Zeit gegenüber der Literatur‘. Aufsätze über Hofmannsthal sowie über J. Nadlers Literaturgeschichte. Die ,Pindarischen Gedichte‘ gehen in Druck, der sich bis 1931 hinzieht. Im Horen-Verlag Berlin erscheinen „vier zeitgenössische Erzählungen“ unter dem Titel ,Das hoffnungslose Geschlecht‘, bei v. Halem in Bremen die Rede ,Die Aufgaben der Zeit gegenüber der Literatur‘. Ferner: ,Lessing. Ein Nachwort‘; ,An den Herausgeber des Ring‘ (über das Judentum).

1930
Januar in München: Bruch mit Willy Wiegand (Bremer Presse) wegen des ,Deutschen Dante‘. Februar: Besuch bei Konrad Burdach in Berlin. März: Sendung der im Funkhaus des Bayerischen Rundfunks aufgezeichneten Rede ,Der deutsche Geist als Hüter des deutschen Föderalismus‘. Mai: Martin und Alice Bodmer in Candeglia. Bremer Presse: ,Dante deutsch‘ (Nachwort: ,Konrad Burdach zum siebzigsten Geburtstage‘). – Juli: Erstes Heft der ,Corona‘ mit Borchardts ,Lichterblickungs Lied‘; Heft 3: ,Vergil‘-Essay. – Arbeit an ,Pamela‘ und dem Pindar-Nachwort. Dezember: Lesungen und Reden in Berlin (,Pindar‘; ,Das Geheimnis der Poesie‘) und Kiel (,Vergil‘). – Wiedereinsetzen der politischen Publizistik. 

1931
Januar/Februar: Fortsetzung der Vortragsreise; Reden in Bremen (,Führung‘), Duisburg, Göttingen (,Revolution und Tradition in der Literatur‘), Essen. Anfang März: Umzug in die Villa Bernardini, Saltocchio bei Lucca. März/April: Arbeit am Roman ,Vereinigung durch den Feind hindurch‘. Subskriptionseinladung zu ,Dichtungen und Schriften Rudolf Borchardts‘ (,Bodmer-Drucke‘). – Im Verlag Georg Müller erscheinen die Broschüre ,Deutsche Literatur im Kampfe um ihr Recht’ sowie die Rede ,Führung‘ und erregen die Öffentlichkeit; jene wird schließlich vom Verlag aus dem Handel gezogen. – Erster Bodmer-Druck ,Pindarische Gedichte‘. – Beiträge in der ,Corona‘ (,Amaryllis‘-Gedichte, ,Pflanzenporträts‘, ,Fragment von Aeschylus‘, ,Persern‘). – Münchner Neueste Nachrichten: ,Welfisches Kaisertum‘, ,Konservatismus und Humanismus‘. – In der Zs. ,Die Antike‘: Kieler Vergil-Rede. – Gedichte entstehen: ,Lebenslied‘, ,Tiefe Nacht‘, ,Versuchung‘.

1932
22. Januar: ,Eine Erklärung‘ Borchardts zum Streit um die Broschüre; 26. Januar: Beleidigungsklage – B. wird zu einer Geldstrafe und zur Vernichtung der inkriminierten Stellen verurteilt. 6. März: Bestände der Bremer Presse von der Bremer Buchhandlung v. Halem übernommen, dann durch den Angelsachsen-Verlag angeboten. 31. März: Goethe-Rede in der Universität Florenz („in einem leeren Saale“). Juli/September: Arbeit am ,Pisa‘-Buch. – Zs. ,Atlantis‘: ,Deutsche Reisende – deutsches Schicksal‘. – Münchner Neueste Nachrichten: ,Das Reich als Sakrament‘; ,Rupprecht von Bayern‘; ,Deutsche Namen ausländischer Gartenpflanzen‘. – Beiträge in der ,Corona‘.

1933
30. März: Rede in Rom auf Einladung des Istituto Italiano di studi germanici: ,L’Italia e la poesia tedesca intorno all’ 900‘. 4. April: Empfang bei Mussolini, dem B. seinen ,Deutschen Dante‘ überreicht. 18. Mai: ,Pisa‘ als Manuskript an Herbert Steiner geschickt. 17. November: Der Rechtsanwalt Robert Voigt, B.s Schwiegervater, nimmt sich das Leben: „Es wird eins der kostbarsten Güter zerstört, die Achtung vor der Majestät des Rechts.“ In seinem Nachlaß findet sich die verloren geglaubte Fortsetzung zu dem 1920 erschienenen ,Durant‘. Dezember: nach Erhalt der „Aufforderung zu meiner Einzeichnung in den sogenannten Reichsverband des sogenannten deutschen Schrifttums samt Formularien für die erforderten Treueschwüre“ kündigt B. an, fortan „englisch und italienisch“ zu schreiben. Akquirierung von ,paying guests‘. – Ab November: Erlebnis der Dichtungen Edna St. Vincent Millays. 15. Januar: ,Staatenbund oder Bundesstaat?‘ (Münchner Neueste Nachrichten); Kölnische Zeitung, 16. April: ,Besuch bei Mussolini‘, B.s letzte Veröffentlichung in Deutschland, von zwei Gedichtnachdrucken abgesehen. – Buchplan: ,Interregnum. Being an Inquiry into the Causes of German Disorders Past and Present‘.

1934
Oktober: Als Privatdruck im Auftrag Peter Voigts erscheint die erste Lieferung der ,Schriften‘ in 250 Exemplaren. Darin die Gedichte ,Epiphanias‘, ,Lebenslied‘ und ,Versuchung‘, die Kieler Vergilrede, ferner ,Die Begegnung mit dem Toten‘ und ,Aus einem südlichen Garten‘. In der Zs. ,Atlantis‘ (Berlin, Wien, Zürich): ,Pisa und seine Landschaft‘.

1935
Ende März: das für die ,Corona‘ bestimmte Manuskript des Millay-Essays geht an Herbert Steiner. Ende April: Besuch der deutschen Kronprinzessin Cecilie. Sommer: Francis Golffing als ,paying guest‘ in der Villa Bernardini. September: Besuch Christiane und Heinrich Zimmers. Oktober: Besuch des bayerischen Kronprinzen Rupprecht. Ernst Schönwiese übersendet B. das erste Heft der Wiener Zs. ,Das Silberboot‘, mit Beiträgen u. a. von Musil, Broch, Joyce und Faulkner. Spätherbst: Schröder fünf Wochen in Saltocchio, Schlußredaktion seiner Horaz-Übertragungen. – Lektüre von Peter Gans Gedichtband ,Die Windrose‘. Zweiter Bodmer-Druck: ,Pamela‘. Zweite Lieferung der ,Schriften‘ (u. a. mit den Gedichten ,Tiefe Nacht‘, ,Beim Tode von … an …‘ und ,Eine Ewigkeit…‘), die für Oktober 1935 und Februar 1936 angekündigten Lieferungen erscheinen nicht mehr. – Corona: ,Volterra‘. – Nachwort zum ,Pisa‘-Buch. – Millay-Übersetzungen entstehen; ferner: ,Vernon Lee. Ein Gedenkblatt‘ und der Gedenkessay auf Hofmannsthal ,Nach zwanzig Jahren‘. Ab November, während Schröders Aufenthalt: ,Jamben‘.– Skizze eines Homerbuches (,Epilegomena zu Homeros und Homer‘), angeregt durch Pasqualis Homer-Artikel in der Enciclopedia Italiana.

1936
An Max Brod gerichtete Entwürfe zu Briefen über das Judentum. Verhandlungen mit der Johannes-Presse in Wien wegen Veröffentlichung der ,Jamben‘. ,Englische Dichter‘ (Wien: Phaidon). – Weitere ,Jamben‘ entstehen. – Arbeit an einer Erweiterung des ,Durant‘. – Niederschrift der ,Aufzeichnung Stefan George betreffend‘. – Wiederaufnahme der Arbeit an der englischen ,Interregnum‘-Schrift. – 22. Oktober bis 2. November: Abschluß des Romans ,Vereinigung durch den Feind hindurch‘.


1937
Anfang April: der Bankier Joseph Hambuechen erklärt sich bereit, die Niederschrift eines Gartenbuches zu finanzieren. Frühjahr: Verspätetes Erscheinen des ,Staufer‘-Vorspiels ,Alpenübergang‘ als dritter Bodmer-Druck. – Der Roman ,Vereinigung durch den Feind hindurch‘ im März bei Bermann-Fischer. – Aufsatz über Schröders ,Horaz‘ als letzter Beitrag in der ,Corona‘. – Das Gedicht ,Bellosguardo degli amanti‘ und der Essay ,Die Tonscherbe‘ entstehen. – Selbstverlagspläne wie in den vergangenen und künftigen Jahren.

1938
13. Februar, 6. und 23. März: der Romanist Karl Eugen Gass als Besucher in Saltocchio. Mitte März bis Anfang April 1939: Franz Blei, aus Wien emigriert, zu Gast in der Villa Bernardini. Oktober: ,Pisa, ein Versuch‘ erscheint in den Schriften der ,Corona‘, mit einem Verzeichnis ,Veröffentlichte Schriften von RB‘. Unter der Rubrik ,in Vorbereitung‘: ,Der leidenschaftliche Gärtner‘, ,Autobiographische Aufzeichnung über Stefan George‘, ,Kleopatra und ihre Zeit‘ und ,Interregnum‘, als „in englischer Sprache geschrieben“; Ferner angekündigt: ,Neue Gedichte‘ und ,Die fremde Muse (Lateinische, griechische, provenzalische, italienische, französische, englische, amerikanische Dichter)‘.

1939
Essay über ,Walter Pater‘ in den ,Basler Nachrichten‘. – Benno Geiger ,Idyllen‘ entsteht. – Arbeit an ,Epilegomena zu Homeros und Homer‘ (in den folgenden Jahren fortgesetzt) und ,Kleopatra und ihre Zeit‘.

1941
Gedichte: Nach dem Tod Wilhelms II. am 4. Juni ,Abschied vom Kaiser‘; September: ,Marel von Viareggio kommend‘.

1942
26. Januar: B.s 1937 ausgestellter Reisepass wird ungültig. Korrespondenz mit Benedetto Croce wiederaufgenommen. Aufnahme des Croce-Essays (1925) in ,L’opera filosofica, storica e letteraria di Benedetto Croce (Bari: Laterza)‘. Plan einer italienischen Ausgabe von Schriften mit italienischen Themen bei Laterza (,Villa‘, ,Epilegomena zu Dante I‘, Nachwort zu ,Dante deutsch‘, ,Benedetto Croce‘, Kieler Vergil-Rede, ,Vergil‘, ,Schröders Horaz‘ und Unveröffentlichtes) auf Anregung Croces. – 30. August/13. September: Auszüge aus dem Gartenbuch ,Der Mensch und die Blume‘ in der Neuen Zürcher Zeitung als letzte Veröffentlichung zu Lebzeiten.

1943
Januar: Umzug nach Forte dei Marmi, Villa Pallavicino; anschließend zweiwöchiger Aufenthalt bei Baronin Marion Franchetti in Florenz. Verbindung mit Rupprecht von Bayern. März: Tod der Mutter. Korrespondenz mit Martin Bodmer über eine Ausgabe der Schriften in der Schweiz. Buchplan ,Der Untergang der deutschen Nation‘.

1944
Januar: Tod Karoline Borchardts in Theresienstadt. April: Übersiedlung nach S. Michele di Moriano bei Lucca, als Gäste der Familie Castoldi. 29./31. August: Fluchtversuch vor der deutschen Wehrmacht. Transport der Familie über Mantua, Verona nach Innsbruck (13. September bis Ende Oktober), dort letzte Begegnung mit Rudolf Alexander Schröder, Verkehr mit Ludwig Wolde. 24. Oktober: Ankunft in Trins/Tirol. – Anfang des Jahres: Niederschrift des Essays ,Friedrich Leo‘. – Rekonstruierende Arbeit am Homer-Buch. – ,Anabasis‘. – Gedicht: ,Weihnachten 1944‘.

1945
10. Januar: Rudolf Borchardt in Trins gestorben; dort auch begraben

Die Chronik wurde von Reinhard Tgahrt für den Katalog der Marbacher Ausstellung ,Rudolf Borchardt. Alfred Walter Heymel. Rudolf Alexander Schröder‘ (1978) verfaßt und hier, dem inzwischen erreichten Forschungsstand entsprechend, aktualisiert. Für die Jahre 1943 ff. findet sich eine detaillierte „Chronik der Ereignisse“ in der Ausgabe der ,Anabasis‘ (Schriften der Rudolf Borchardt-Gesellschaft 9), S. 253–372. Eine chronologische Auflistung der veröffentlichten Schriften Borchardts bietet die Bibliographie von Marlis Ingenmey in: Rudolf Borchardt: Scritti Italiani e Italici. A cura di Marianello Marianelli. Milano; Napoli 1971, S. 245–274. Zu den Reden vergleiche man Gerhard Schusters Dokumentation in: Rudolf Borchardt: Über den Dichter und das Dichterische. Drei Reden von 1920 und 1923. Aus dem Nachlaß hrsg. und erläutert von Gerhard Neumann, Gerhard Schuster und Edith Zehm. Stuttgart 1995, S. 167–257 (Schriften der Rudolf Borchardt-Gesellschaft 4/5). MN